Nina Hagen: Bekenntnisse
Erschienen am 11.7.10 18:47 Uhr in der Kategorie Rezensionen.
Leider leider ist diese Frau in unserer Generation nicht mehr so bekannt. Die eine kennen sie nur als die Irre aus Popstars, die anderen als böse Hexe bei den Sieben Zwergen. Nina Hagen schrieb eine weitere Autobiografie, von ihrer Alten hat sie sich distanziert.
In ihrer Neuen hat sie jetzt vor allem ihren religiösen Werdegang beschrieben.
Nina Hagen ist im Prinzip Jüdin, ihr Großvater musste allerdings seine religiöse Herkunft unter Hitler verleugnen und änderte seinen Namen von Levi in Hagen. Ihre Eltern, Hans Oliva-Hagen und Eva-Maria Hagen, ein Drehbuchautor und eine berühmte Schauspielerin, erzogen sie DDR gemäß atheistisch. Jedoch kam sie schon früh mit Religion in Kontakt, durch besuche in einer neuapostolischen Kirche und einer katholischen „Tante“ namens Muschel.
Im weiteren beschreibt sie ihre Begegnung mit Jesus während eines LSD-Trips und das Wunder, welches ein Gebet vollbrachte. In einem Zentrum des Drogendschungels nahmen für eine Nacht niemand irgendwelche Drogen und ein Jahr später versuchte der Drogenguru mit all seinen Freunden aus dieser Hölle herauszukommen.
Später beschreibt sie ihre Nähe zum Hinduismus. Über Freunde kommt sie einer hinduistischen „Sekte“ näher. Sekte darf man hier nicht falsch verstehen, der Hinduismus teilt sich in viele Tausend Sekten auf.
Aufgrund einer unglücklichen Gleichsetzung von Jesus und einem Gott droht sie in dieser Sekte zu versinken und kommt erst wieder heraus, als sie die widerlichen Machtgelüste ihres Gurus und Gottes erkennt. Der Sektenführer ist übrigens der große Muniraji.
Man erfährt auch andere Details aus Nina Hagens Leben. Zum Beispiel schreibt sie von ihrer berühmten Begegnung mit einem UFO und was das mit dem seltsamen Namen ihrer Tochter Cosma-Shiva zutun hat. Auch die Trennung von ihrer Band „Nina Hagen Band“, die später die Formation „Spliff“ wurde. Auch ihre Erlebnisse in der DDR beschreibt sie und lässt kein gutes Haar an diesem Regime.
Der Schreibstil des viel zu kurzen Buches kann für Menschen, die Nina Hagen nicht kennen oder gar nicht mögen am Anfang etwas anstrengend sein. Er entspricht einer abgeschwächten Form der Art, wie sie spricht, Anarchistin durch und durch. Jedoch gewöhnt man sich schnell daran und es macht unglaublich viel Spaß darin zu lesen. Viele schöne Bilder lockern zudem die Atmosphäre auf.
Jedem, der sich für Nina Hagen interessiert, kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. Jedem, der sich für eine ganz eigene Interpretation von Religion interessiert, wird hier auch keinen Fehlkauf begehen. Und jedem, der einen kurzweiligen Zeitvertreib haben möchte, ist mit "Bekenntnisse" sicher gut bedient.
Das Buch Nina Hagen Bekenntnisse erschien im Pattloch-Verlag und ist ab 18 unter der ISBN 978-3629022721
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In ihrer Neuen hat sie jetzt vor allem ihren religiösen Werdegang beschrieben.
Nina Hagen ist im Prinzip Jüdin, ihr Großvater musste allerdings seine religiöse Herkunft unter Hitler verleugnen und änderte seinen Namen von Levi in Hagen. Ihre Eltern, Hans Oliva-Hagen und Eva-Maria Hagen, ein Drehbuchautor und eine berühmte Schauspielerin, erzogen sie DDR gemäß atheistisch. Jedoch kam sie schon früh mit Religion in Kontakt, durch besuche in einer neuapostolischen Kirche und einer katholischen „Tante“ namens Muschel.
Im weiteren beschreibt sie ihre Begegnung mit Jesus während eines LSD-Trips und das Wunder, welches ein Gebet vollbrachte. In einem Zentrum des Drogendschungels nahmen für eine Nacht niemand irgendwelche Drogen und ein Jahr später versuchte der Drogenguru mit all seinen Freunden aus dieser Hölle herauszukommen.
Später beschreibt sie ihre Nähe zum Hinduismus. Über Freunde kommt sie einer hinduistischen „Sekte“ näher. Sekte darf man hier nicht falsch verstehen, der Hinduismus teilt sich in viele Tausend Sekten auf.
Aufgrund einer unglücklichen Gleichsetzung von Jesus und einem Gott droht sie in dieser Sekte zu versinken und kommt erst wieder heraus, als sie die widerlichen Machtgelüste ihres Gurus und Gottes erkennt. Der Sektenführer ist übrigens der große Muniraji.
Man erfährt auch andere Details aus Nina Hagens Leben. Zum Beispiel schreibt sie von ihrer berühmten Begegnung mit einem UFO und was das mit dem seltsamen Namen ihrer Tochter Cosma-Shiva zutun hat. Auch die Trennung von ihrer Band „Nina Hagen Band“, die später die Formation „Spliff“ wurde. Auch ihre Erlebnisse in der DDR beschreibt sie und lässt kein gutes Haar an diesem Regime.
Der Schreibstil des viel zu kurzen Buches kann für Menschen, die Nina Hagen nicht kennen oder gar nicht mögen am Anfang etwas anstrengend sein. Er entspricht einer abgeschwächten Form der Art, wie sie spricht, Anarchistin durch und durch. Jedoch gewöhnt man sich schnell daran und es macht unglaublich viel Spaß darin zu lesen. Viele schöne Bilder lockern zudem die Atmosphäre auf.
Jedem, der sich für Nina Hagen interessiert, kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. Jedem, der sich für eine ganz eigene Interpretation von Religion interessiert, wird hier auch keinen Fehlkauf begehen. Und jedem, der einen kurzweiligen Zeitvertreib haben möchte, ist mit "Bekenntnisse" sicher gut bedient.
Das Buch Nina Hagen Bekenntnisse erschien im Pattloch-Verlag und ist ab 18 unter der ISBN 978-3629022721
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