Loveparade nimmt tragisches Ende
Erschienen am 24.7.10 23:26 Uhr in der Kategorie Events.
Die größte Tanzparty Deutschlands wird abgebrochen mit einer schrecklichen Bilanz: mindestens 18 Tote und 100 zum Teil schwer Verletzte.
Die Ereignisse
Dass es in Duisburg am Samstag, den 24.07.2010 gegen 17 Uhr zu einer solchen Katastrophe kommen könnte, wurde befürchtet, aber nun ist es bittere Realität. Das Gelände am alten Duisburger Bahnhof, welches für 500.000 Gäste als ausreichend sicher galt, wurde von 1,4 Million Besuchern heimgesucht. Bei einer Massenpanik gegen 17 Uhr im einzigen Tunnel, der Zugang zum Festgelände verschafft hat, wurden 9 Frauen und 6 Männer totgetrampelt. Viele sind zum Teil schwer verletzt.

Quelle: Glovovisión, flickr.com
Trotz der Katastrophe entschied man sich dazu, die Loveparade fortzuführen, um weitere Panik zu vermeiden. Um 23 Uhr gingen dann dennoch die Lichter endgültig aus. Passanten beklagen eine miserable Organisation der Veranstalter und der Rettungskräfte. Polizisten sollen Menschen durch Fühlen des Pulses als tot erklärt haben, sodass ihnen jede weitere Hilfe versagt blieb. Die angrenzende Autobahn und der Bahnhof wurden sicherheitshalber gesperrt, um auch den Rettungskräften besseren Zugang zu verschaffen. Die Loveparade fand das erste Mal auf einem abgeschlossenen Gelände statt. Seit 2006 findet die Loveparade, die 1992 erstmals ausgetragen wurde, im Ruhrgebiet statt.
Auch Politiker zeigen sich bestürzt zu den Ereignissen in Duisburg. Am heutigen Samstag teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel der Presse folgendes mit: "Ihnen gelten meine Anteilnahme und meine Trauer. Zum Feiern waren die jungen Menschen gekommen, stattdessen gibt es Tote und Verletzte. Ich bin entsetzt und traurig angesichts des Leids und des Schmerzes". Auch der Erfinder der Loveparade, Dr. Motte, äußert sich entsetzt: "Die haben einen krassen Management-Fehler begangen. Wie kann man denn Menschen nur durch einen einzigen Zugang auf das Gelände lassen. Das ist ein Skandal".
Die neue Ministerpräsidentin, Hannelore Kraft (SPD) äußert ebenfalls ihr Bestürzen: „Unser Entsetzen über das schreckliche Unglück bei der Loveparade in Duisburg lässt uns verstummen. Das ganze Land trauert um die jungen Frauen und Männer, die friedlich feiern wollten und bei diesem grauenhaften Drama ihr Leben verloren haben. Unsere Gedanken sind jetzt bei den Familien, Angehörigen und Freunden der Toten und der Verletzten.“
Kritisiert wird auch die Organisation der Deutschen Bahn, die dem Ansturm nicht gerecht werden konnte. Über 100 Busse wurden zur frühzeitigen Abreise bereitgestellt. Verständnis der Deutschen Bahn bei fehlenden Tickets, um möglichst schnell dem Albtraum zu entkommen, fehlt Zeugenaussagen zu urteilen vollständig.
In den nächsten Tagen wird es sicher darum gehen, einen Schuldigen für dieses Desaster zu finden. Ob die Loveparade nach diesem Tag so nochmals ausgeführt werden kann, bleibt zu bezweifeln. Schreibt eure Gedanken und Meinungen zum Unglück auf der diesjährigen Loveparade in die Comments.

Auch online ist die "Party" vorbei. Loveparade.de bekundet sein Mitleid und zeigt Schwarz.
"Der Sensationsjournalismus der #Bild erzeugt bei mir einen Würgereiz. Bilder von Toten haben in einer Fotostrecke doch nichts zu suchen?!" (via twitter.com/koerber)
Journalisten kritisieren den Journalismus der Bild Onlineredaktion zu den Ereignissen in Duisburg. Bild.de veröffentlichte Bilder von Toten, was gegen Ziffer 11 des Pressekodex verstoßen würde. Auch Rettungskräfte informieren über Twitter, welche Gebiete gemieden werden sollten. Andere User suchen über soziale Netzwerke nach Bekannten und Verwandten. Die Stadt Duisburg hat, da das Handynetz vor Ort zusammengebrochen ist, eine Notfallhotline eingerichtet.
Liveticker zur Pressekonferenz am 25.07.2010 ab 12:00 Uhr
13:02: Pressekonferenz ist beendet. Keine Eingeständnisse über Organisationsfehler und Versagen der Stadt Duisburg und der Lopavent GmbH.
12:58: Gegen 17 Uhr sei ein zweiter Zugang zum Gelände geöffnet worden, nicht im Zusammenhang mit dem tragischen Geschehen.
12:58: "Wir wissen, dass es Tote gab und wir wissen, dass es vor dem Tunnel geschah.", so Sauerland.
12:56: "Zubewegung" sei durch Sachverständiger in ausgereiftem Modell geprüft worden.
12:50: OB Adolf Sauerland möchte Verantwortung der Ereignisse erst nach erfolgter Ermittlung nennen.
12:46: "Massenpanik ist ein wertender Ausdruck des Geschehens. Mein Eindruck bestätigt eine Massenpanik nicht"., so Detlef von Schmeling.
12:40: "Die Polizei hat den ganzen Tag lang nur vereinzelt Sperren errichtet, um den Druck am Tunnel zu regulieren".
12:37: "Die Polizei hat den Zuglauf zum Gelände den ganzen Tag geregelt. [...] Es gab Sicherheitssperren, um den Zugang zum Tunnel zu regulieren. Das war Teil des Sicherheitskonzeptes. [...] Wir haben nach Bekanntgabe der Todesfälle den Zugang ganz gesperrt.", so ein Polizeisprecher der Stadt Duisburg.
12:32: Die Frage danach, wie man 1.000.000 Menschen durch den Tunnel hätte führen können, kann nicht klar vom Pressesprecher der Loveparade beantwortet werden. Es seien schon im Vorfeld Kritiken zu dem Tunnel aufgekommen.
12:30: Standort Düsseldorf sei kleiner gewesen als Duisburg. Man habe im Vorhinein keine Sicherheitsbedenken gesehen, laut Veranstalter.
12:28: Von Schmeling: "Die Polizei hat eine zweite Zugangsrampe vor dem Todesereignis geöffnet".
12:25: Der Platz hätte weit über 350.000 Menschen aufnehmen können, so Rabe. Der Platz sei nicht vollständig gefüllt gewesen.
12:20: "Unsere Ermittlungsverfahren richten sich zunächst auf die Todesfälle. [...] Wir haben einen niederländischen Toten, das kann ich sagen.", so von Schmeling
12:17: Wolfgang Rabe: "Der gesamte Weg ist von allen Beteiligten genehmigt worden".
12:13: "Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat gestern ein Ermittlungsverfahren eingeleitet". "Alle 16 am Ort Verstorbenen sind am Rand der westlichen Rampe aufgefunden worden", so Detlef von Schmeling, Polizeipräsident der Stadt Duisburg
12:11: Schaller gibt bekannt, dass es keine Loveparade mehr geben wird nach den "schrecklichen Vorfällen".
12:10: Rainer Schaller, Organisator der Loveparade, kommt zu Wort: "Wir werden alles erdenkliche unternehmen, um die schnelle und lückenlose Aufklärung des Geschehens zu unterstützen"
12:09: OB Sauerland will Verletzte in den Kliniken besuchen.
12:06: Unterlagen der Stadt Duisburg wurden "freiwillig" den Ermittlern übergeben.
12:05: OB Sauerland zeigt sich bestürzt über das Unglück. "Das Unglück ist so schrecklich, dass man es nicht fassen kann."
12:01: Es habe eine Razzia im Duisburger Rathaus gegeben.
11:50: In der Vorberichterstattung wird davon ausgegangen, dass wieder der Standpunkt vertreten werde, dass das Sicherheitskonzept gegriffen hätten, wenn sich alle an die Sicherheitsmaßnahmen gehalten hätten. Die Firma Lopavent und die Stadt Duisburg sollen als Hauptverantwortliche gelten.
11:45: Heute wird eine Pressekonferenz stattfinden, in der einige Stimmen sich zu den Ereignissen gestern äußern wollen und in der die aktuellen Ermittlungsergebnisse offengelegt werden sollen.
Liveticker am 24.07.2010
11:00, 25.07. Die Zahl der Toten wurde korrigiert auf 19. Es handelt sich auch um einen Holländer, einen Brasiianer und einen Italiener. Über 300 zum Teil schwer Verletzte sind zu beklagen.
EDIT 23:40 Bahn räumte bereits vor dem Event ein, dass sie dem Besucheraufkommen nicht gerecht werden könne. Ein Bahnsprecher äußerte sich dazu: „Wir wissen aber, dass unser System anfällig ist“.
EDIT 23:30: Mittlerweile spricht die duisburger Polizei von 18 Toten.
Die Ereignisse
Dass es in Duisburg am Samstag, den 24.07.2010 gegen 17 Uhr zu einer solchen Katastrophe kommen könnte, wurde befürchtet, aber nun ist es bittere Realität. Das Gelände am alten Duisburger Bahnhof, welches für 500.000 Gäste als ausreichend sicher galt, wurde von 1,4 Million Besuchern heimgesucht. Bei einer Massenpanik gegen 17 Uhr im einzigen Tunnel, der Zugang zum Festgelände verschafft hat, wurden 9 Frauen und 6 Männer totgetrampelt. Viele sind zum Teil schwer verletzt.
Quelle: Glovovisión, flickr.com
Trotz der Katastrophe entschied man sich dazu, die Loveparade fortzuführen, um weitere Panik zu vermeiden. Um 23 Uhr gingen dann dennoch die Lichter endgültig aus. Passanten beklagen eine miserable Organisation der Veranstalter und der Rettungskräfte. Polizisten sollen Menschen durch Fühlen des Pulses als tot erklärt haben, sodass ihnen jede weitere Hilfe versagt blieb. Die angrenzende Autobahn und der Bahnhof wurden sicherheitshalber gesperrt, um auch den Rettungskräften besseren Zugang zu verschaffen. Die Loveparade fand das erste Mal auf einem abgeschlossenen Gelände statt. Seit 2006 findet die Loveparade, die 1992 erstmals ausgetragen wurde, im Ruhrgebiet statt.
Auch Politiker zeigen sich bestürzt zu den Ereignissen in Duisburg. Am heutigen Samstag teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel der Presse folgendes mit: "Ihnen gelten meine Anteilnahme und meine Trauer. Zum Feiern waren die jungen Menschen gekommen, stattdessen gibt es Tote und Verletzte. Ich bin entsetzt und traurig angesichts des Leids und des Schmerzes". Auch der Erfinder der Loveparade, Dr. Motte, äußert sich entsetzt: "Die haben einen krassen Management-Fehler begangen. Wie kann man denn Menschen nur durch einen einzigen Zugang auf das Gelände lassen. Das ist ein Skandal".
Die neue Ministerpräsidentin, Hannelore Kraft (SPD) äußert ebenfalls ihr Bestürzen: „Unser Entsetzen über das schreckliche Unglück bei der Loveparade in Duisburg lässt uns verstummen. Das ganze Land trauert um die jungen Frauen und Männer, die friedlich feiern wollten und bei diesem grauenhaften Drama ihr Leben verloren haben. Unsere Gedanken sind jetzt bei den Familien, Angehörigen und Freunden der Toten und der Verletzten.“
Kritisiert wird auch die Organisation der Deutschen Bahn, die dem Ansturm nicht gerecht werden konnte. Über 100 Busse wurden zur frühzeitigen Abreise bereitgestellt. Verständnis der Deutschen Bahn bei fehlenden Tickets, um möglichst schnell dem Albtraum zu entkommen, fehlt Zeugenaussagen zu urteilen vollständig.
In den nächsten Tagen wird es sicher darum gehen, einen Schuldigen für dieses Desaster zu finden. Ob die Loveparade nach diesem Tag so nochmals ausgeführt werden kann, bleibt zu bezweifeln. Schreibt eure Gedanken und Meinungen zum Unglück auf der diesjährigen Loveparade in die Comments.

Auch online ist die "Party" vorbei. Loveparade.de bekundet sein Mitleid und zeigt Schwarz.
"Der Sensationsjournalismus der #Bild erzeugt bei mir einen Würgereiz. Bilder von Toten haben in einer Fotostrecke doch nichts zu suchen?!" (via twitter.com/koerber)
Journalisten kritisieren den Journalismus der Bild Onlineredaktion zu den Ereignissen in Duisburg. Bild.de veröffentlichte Bilder von Toten, was gegen Ziffer 11 des Pressekodex verstoßen würde. Auch Rettungskräfte informieren über Twitter, welche Gebiete gemieden werden sollten. Andere User suchen über soziale Netzwerke nach Bekannten und Verwandten. Die Stadt Duisburg hat, da das Handynetz vor Ort zusammengebrochen ist, eine Notfallhotline eingerichtet.
Liveticker zur Pressekonferenz am 25.07.2010 ab 12:00 Uhr
13:02: Pressekonferenz ist beendet. Keine Eingeständnisse über Organisationsfehler und Versagen der Stadt Duisburg und der Lopavent GmbH.
12:58: Gegen 17 Uhr sei ein zweiter Zugang zum Gelände geöffnet worden, nicht im Zusammenhang mit dem tragischen Geschehen.
12:58: "Wir wissen, dass es Tote gab und wir wissen, dass es vor dem Tunnel geschah.", so Sauerland.
12:56: "Zubewegung" sei durch Sachverständiger in ausgereiftem Modell geprüft worden.
12:50: OB Adolf Sauerland möchte Verantwortung der Ereignisse erst nach erfolgter Ermittlung nennen.
12:46: "Massenpanik ist ein wertender Ausdruck des Geschehens. Mein Eindruck bestätigt eine Massenpanik nicht"., so Detlef von Schmeling.
12:40: "Die Polizei hat den ganzen Tag lang nur vereinzelt Sperren errichtet, um den Druck am Tunnel zu regulieren".
12:37: "Die Polizei hat den Zuglauf zum Gelände den ganzen Tag geregelt. [...] Es gab Sicherheitssperren, um den Zugang zum Tunnel zu regulieren. Das war Teil des Sicherheitskonzeptes. [...] Wir haben nach Bekanntgabe der Todesfälle den Zugang ganz gesperrt.", so ein Polizeisprecher der Stadt Duisburg.
12:32: Die Frage danach, wie man 1.000.000 Menschen durch den Tunnel hätte führen können, kann nicht klar vom Pressesprecher der Loveparade beantwortet werden. Es seien schon im Vorfeld Kritiken zu dem Tunnel aufgekommen.
12:30: Standort Düsseldorf sei kleiner gewesen als Duisburg. Man habe im Vorhinein keine Sicherheitsbedenken gesehen, laut Veranstalter.
12:28: Von Schmeling: "Die Polizei hat eine zweite Zugangsrampe vor dem Todesereignis geöffnet".
12:25: Der Platz hätte weit über 350.000 Menschen aufnehmen können, so Rabe. Der Platz sei nicht vollständig gefüllt gewesen.
12:20: "Unsere Ermittlungsverfahren richten sich zunächst auf die Todesfälle. [...] Wir haben einen niederländischen Toten, das kann ich sagen.", so von Schmeling
12:17: Wolfgang Rabe: "Der gesamte Weg ist von allen Beteiligten genehmigt worden".
12:13: "Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat gestern ein Ermittlungsverfahren eingeleitet". "Alle 16 am Ort Verstorbenen sind am Rand der westlichen Rampe aufgefunden worden", so Detlef von Schmeling, Polizeipräsident der Stadt Duisburg
12:11: Schaller gibt bekannt, dass es keine Loveparade mehr geben wird nach den "schrecklichen Vorfällen".
12:10: Rainer Schaller, Organisator der Loveparade, kommt zu Wort: "Wir werden alles erdenkliche unternehmen, um die schnelle und lückenlose Aufklärung des Geschehens zu unterstützen"
12:09: OB Sauerland will Verletzte in den Kliniken besuchen.
12:06: Unterlagen der Stadt Duisburg wurden "freiwillig" den Ermittlern übergeben.
12:05: OB Sauerland zeigt sich bestürzt über das Unglück. "Das Unglück ist so schrecklich, dass man es nicht fassen kann."
12:01: Es habe eine Razzia im Duisburger Rathaus gegeben.
11:50: In der Vorberichterstattung wird davon ausgegangen, dass wieder der Standpunkt vertreten werde, dass das Sicherheitskonzept gegriffen hätten, wenn sich alle an die Sicherheitsmaßnahmen gehalten hätten. Die Firma Lopavent und die Stadt Duisburg sollen als Hauptverantwortliche gelten.
11:45: Heute wird eine Pressekonferenz stattfinden, in der einige Stimmen sich zu den Ereignissen gestern äußern wollen und in der die aktuellen Ermittlungsergebnisse offengelegt werden sollen.
Liveticker am 24.07.2010
11:00, 25.07. Die Zahl der Toten wurde korrigiert auf 19. Es handelt sich auch um einen Holländer, einen Brasiianer und einen Italiener. Über 300 zum Teil schwer Verletzte sind zu beklagen.
EDIT 23:40 Bahn räumte bereits vor dem Event ein, dass sie dem Besucheraufkommen nicht gerecht werden könne. Ein Bahnsprecher äußerte sich dazu: „Wir wissen aber, dass unser System anfällig ist“.
EDIT 23:30: Mittlerweile spricht die duisburger Polizei von 18 Toten.
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Kommentare
Jetzt sind es schon 21 Tote...
unfassbar...
Über 300 Menschen zertrampelt. 19 davon tot. Irgendwie kaum vorzustellen.
Das ist tragisch....!!