Counter-Strike im Bundestag
Erschienen am 25.8.10 15:19 Uhr in der Kategorie Nachrichten.

Nach den Amokläufen in unter anderem Erfurt und Winnenden stehen Killerspiele im Kreuzfeuer der Kritiker. Eine LAN-Party für Politiker soll das ändern.

Ende Oktober oder Anfang November soll sie stattfinden: Die Politiker-LAN-Party, bei der Berührungsängste mit so genannten Killerspielen abgebaut werden sollen. Und das mitten im Reichstag. Bei der Vorstellung des Projekts sagte Jimmy Schulz (FDP), einer der drei Abgeordneten, die zum Ballern laden: "Da wird sicherlich auch ein Shooter mit dabei sein, bei dem es etwas gewaltsamer zugeht". Außerdem sollen auch die Fraktionen gegeneinander antreten.

Berlin. Hier tagt normalerweise der Bundestag - bald werden hier Berührungsängste weggeballtert. Foto: © Aidas Zubkonis">

Dabei zur Seite stehen, soll den Politikern mousesports, das erfolgreichste Counter-Strike-Team Deutschlands.

Ein weiteres Ziel der Aktion sei, Anerkennung für den E-Sport in den Sportdachverbänden zu finden. "Wir wünschen uns, dass wir einfach mal Gehör finden und von der Vorstellung wegkommen, dass wir alle kranke Kinder sind", sagte Rolf Platschka vom Team ESC Icybox gegenüber Spiegel Online.

Mit allen 622 Abgeordneten ist bei der Aktion wohl kaum zu rechnen. Die ersten Reaktionen seien jedoch durchaus positiv.

Eure Meinung ist gefragt: Schafft es das Projekt die politische Sichtweise auf Computerspiele zu verbessern? Schreibt uns.

Felix Hoffmann



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Kommentare

Felix schrieb am 26.08.2010 18:46:
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es keinen Effekt haben wird, wenn die ganzen Politiker - sozusagen als Promoaktion - für 15 Minuten vorbeischauen. Wer sich jedoch das Spiel genau anschaut, und dafür reich meiner Meinung nach auch eine, vllt. zwei Stunden, der wird merken, dass man ein Computerspiel nicht auf die Wirklichkeit beziehen kann und es nicht abfärbt. Den tiefen Hintergrund und die durchdachte Taktik in einem Computerspiel wird sich diesen Leuten aber nicht offenbaren - die existiert meiner Meinung nach auch einfach nicht. Man kann das Ganze zar schönreden aber so hochtaktisch ist das einfach nicht. Höchstens auf professioneller Ebene.
Clwens schrieb am 25.08.2010 16:31:
Die heutige Politikergeneration besteht zum größten Teil aus der Nachkriegs- und 68-Generation, welche eine eher distante Haltung zu spielerischer Gewalt hat. Das ist die Generation, die Versuchte, Spielzeugpistolen und Spielzeugatomkanonen (was ihnen glücklicherweise gelungen ist) verbieten zu lassen. Dementsprechend wird sich die Begeisterung, die unsere Generation für diese Spiele empfindet, schwerlich widerspiegeln. Ich rechne eher damit, dass die Abneigung oder Furcht vor diesen Spielen noch mehr wachsen wird. Das Verständnis für den Langzeitspaß und den Sportsgeist, der hinter diesen Spielen steht, wird bei einer eintägigen Aktion leider auch nicht wachsen. Dementsprechend wird sich die Situation, fürchte ich, nach dieser Aktion eher verschärfen als verbessern.
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TagsCounter-Strike, Killerspiele, LAN-Party, Reichstag, Bundestag, Trio Perfectionale


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