Aha: Das Mindesthaltbarkeitsdatum
Erschienen am 5.9.10 16:30 Uhr in der Kategorie Sonstiges.

Hat Nostradamus etwas mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln zu tun? Oder wer sonst weiß, wann die Milch schlecht wird?

In Deutschland sind die Hersteller von Lebensmitteln dazu verpflichtet, ein gut sichtbares Mindesthaltbarkeitsdatum auf die Verpackungen dieser abzudrucken. Das geschieht nach Ermessen des Herstellers. So kann es sein, dass dasselbe Produkt unterschiedlicher Firmen auch unterschiedliche Verfallsdaten hat. Aber woran ermisst sich dieses Datum genau?

Innerhalb des Mindesthaltbarkeitsdatums sollten die jeweiligen Lebensmittel gesundheitlich unbedenklich sein und sich vom Geschmack her, wenn die Lagerbedingungen eingehalten wurden, nicht verändern. Am Beispiel der Milch können wir uns einmal genauer anschauen, wieso sie überhaupt irgendwann nicht mehr konsumiert werden sollte.

Mit dem Melken der Kuh beginnt ein (zugegebenermaßen hier dramatisch ausgedrückter) Wettlauf mit der Zeit. Abertausende Mikroorganismen wie etwa Bakterien gelangen über den Melkapparat und über die Luft direkt in die Milch. Durch das Pasteurisieren wird erreicht, dass viele davon abgetötet werden, wenn die Milch ins Tetrapak gelangt. Aber das sind nicht alle. Und Bakterien sind verdammt gut darin, sich zu vermehren. Bei einer angenommenen Temperatur von 30 °C verdoppeln sich die Bakterien innerhalb einer halben Stunde. Nach zehn Stunden hätten sie sich also bereits über eine Million mal vermehrt. Durch das Kühlen der Milch im Kühlschrank bei etwa 8 °C wird dieser Prozess verlangsamt. In der geschlossenen Milchtüte verdoppeln sich die Bakterien in etwa einmal am Tag. Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt hier an, ab wann sie sich so weit verdoppelt haben, dass die Milch kippt und ungenießbar wird. Ausschlaggebend ist dabei die letzte Verdoppelung der Keime, die zum Kippen führt. Und wenn man eine Angabe hat, wie viele Keime sich in etwa beim Verpacken der Milch befinden, dann kann man durch reine Mathematik recht genau das Datum bestimmen, an dem man sich überlegen sollte, ob man sich die übel riechende Substanz wirklich reinkippen will.

Julian C.



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Kommentare

screenz schrieb am 05.09.2010 23:15:
Ja, solange du sie noch "trinken" konntest ja eher unproblematisch ;D Erst wenn du es als "essen" bezeichnen würdest wäre es wirklich ekelhaft.
hotellazur schrieb am 05.09.2010 17:55:
Und ich wollte eigentlich grad ein Glas Milch trinken :(
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TagsAha, Mindesthaltbarkeit, Keim, Milch, Verdoppelung, Vermehrung, ungenießbar


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