Casting Shows. Erfolgsversprechend oder reine Show?
Erschienen am 26.3.11 18:04 Uhr in der Kategorie Kolumnen.

Keiner kann sie mehr aus der deutschen Fernsehlandschaft wegdenken: Casting-Shows. Doch sind sie wirklich ein Vorteil für die Teilnahmer oder doch eher reine Geldmache für die Veranstalter? Die Nightlounge klärt auf!

In Deutschland hat der große Trend sicher mit dem Format "Deutschland sucht den Superstar" angefangen. Der erste Gewinner einer medienwirksamen Casting-Show war Alexander Klaws, Millionen haben das neue Fernseh-Format auf RTL verfolgt. Es war einfach spannend, mit zu verfolgen, wie aus einem Durchschnittsbürger plötzlich ein Star wird. Das liegt nun bereits neun Jahre entfernt. Heute gibt es ein Überangebot an Casting-Shows, in über fünfzig Ländern werden im TV die Stars von morgen gesucht. Das Konzept zu DSDS kommt übrigens vom neuseeländischen Produzenten Jonathan Dowling. 1999 hat er die erste Staffel "Pop Idol" durchgeführt, 2001 gab es die erste Staffel davon in England. Diese hat Will Young hervorgebracht, der auch tatsächlich zum Superstar wurde. Weltweit sind sowohl der Schriftzug, als auch die Titelmusik und das Logo gleich, denn die Lizenz für Pop Idol wird gewinnbringend international vertrieben. "American Idol" aus den USA und "Nouvelle Star" aus Frankreich sind also vom Aufbau her sehr ähnlich wie zum Beispiel "SuperStar KZ" aus Kasachstan.

Auch wenn Casting Shows bereits Stars wie eben Will Young und Kelly Clarkson hervorgebracht haben, so sind die meisten der gefundenen Stars heute sogut wie niemandem mehr bekannt. Es gibt häufig Kritik, dass die Kommentare der Jury verletzend sind, es wird davon berichtet, dass viele Teilnehmer solcher Sendungen im Nachhinein zu Mobbing-Opfern geworden sind und teilweise werden Casting-Shows so geschnitten, dass Tatsachen völlig falsch herübergebracht werden.

Wie ist Deine Einstellung gegenüber Casting-Shows? Verfolgst du regelmäßig, was bei DSDS und Co. gerade abgeht? Oder geht Dir der Hype einfach auf die Nerven? Schreibe Deine Meinung in die Kommentare!

++ your.facts ++
In Deutschland gibt es keine direkte Übersetzung für das Wort Casting. Auch das Synonymwörterbuch hat hier keinen passenden Vorschlag. Die eheste Übersetzung wäre wohl sowas wie "Wurf".

++ your.facts ++
Eine Art Casting-Show gab es auch bereits um 1966 im damaligen SWF, dem Vorreiter vom SWR. Die Show "Talentschuppen" bot jungen, unbekannten Sängern eine Plattform, ihre Songs zu präsentieren. Plattenverträge wurden aber nicht direkt angeboten.

++ your.facts ++
Die amerikanische Show "Pop Idol" bringt eher Stars hervor als die deutsche Version. Das liegt unter anderem auch daran, dass dort echte Stars wie Gwen Stefani oder Stevie Wonder ihre Tipps direkt in der Show geben, was hierzulande eher selten der Fall ist.

++ your.facts ++
Casting Shows sind im Gegensatz zu TV-Filmen echte Schnäppchen. Während ein durchschnittlicher Film zirka 15.000 Euro pro Sendeminute kostet, so sind es für eine Casting-Show gerade einmal zirka 1000-2000 Euro.

Mit seinem Buch "und morgen ein Star" gelingt es Wolfgang Korn auf verständliche und durchdringliche Art und Weise, Jugendlichen das Prinzip der Casting-Shows zu erläutern und einen Einblick darein zu geben, wie genau Medien funktionieren und wie ein Zeitungsartikel recherchiert und erarbeitet wird. Das Buch ist im Bloomsbury-Verlag unter der ISBN 978-3-8270-5389-3 erschienen und kostet 14,90 Euro.

Julian C.



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Kommentare

MCCheese schrieb am 28.03.2011 16:14:
Nochmal ein Kommentar: Ich denke, dass die mehrheitliche Niveaulostigkeit eines solchen Formats bei uns in West-Europa ganz einfach an unserer Kultur liegt. Seien wir doch mal ehrlich. Wir leben in einem Land wo man tagtaeglich neben DSDS zahlreich andere gesellschaftskritische Sendung auf der Mattscheibe sieht. Sei es "Frauentausch", "Teenager ausser Kontrolle", "Germany's Next Topmodel" oder auch "We are Family". All diese Sendungen bestehen ja nicht nur aus Protagonisten, sondern auch total oberflaehlichen und meist uebertriebenen Dialogen. Und meist wird mit den Protagonisten auch noch assozial umgegangen seitens der Produktionsfirma bzw. des Senders. Bei uns im "Westen" herrscht dank eines meiner Ansicht nach zu hohen Lebensstandard im negativen Sinne eine solch heruntergekommene (Medien)kultur, dass man sich schon schaemen muss. Ganz schlimm ist es neben Deutschland auch in UK und Frankreich, aber natuerlich auch im Rest West-Europas. In Frankreich hat sich sogar schon ein Protagonist einer Realitysoap
MCCheese schrieb am 27.03.2011 19:26:
Ich bin der Meinung, dass ein Format wie DSDS durchaus erfolgreich sein kann. Das merkt man z.B. bei den skandinavischen und baltischen Staaten. Dort werden Sieger hin und wieder sogar zum ESC geschickt und haben auch Qualitaet. Nun will ich nicht sagen, dass es bei deutschen Kandidaten gar keine Qualitaet gibt, aber das ganze drum herum ist einfach perfide. Was ich damit sagen will: Die Art und Weise wie das Thema DSDS bzw. einige derer Kandidaten seitens RTL selbst und der BILD-Zeitung behandelt werden ist absolut unrespektabel.
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TagsDSDS, Casting, Show, RTL, Unterhaltung, Geldmache, Abzocke, YouthFM Nightlounge


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