Die Linkspartei und Israel
Erschienen am 21.5.11 18:42 Uhr in der Kategorie Kolumnen.
Der Kampf Israels mit den Menschenrechten hat eine lange Tradition. Den Verweis auf die Einhaltung derer als Antisemitismus zu bezeichnen, ist lange schon alltägliche Rhetorik. Aber wenn die Linkspartei, eine Partei, die man für ihre plakativ liberale Haltung zu Menschen jeder Art und Religion doch loben muss, als antisemitische Partei verunglimpft wird, muss man diesem Unsinn doch langsam Einhalt gebieten.
Die Geschichte des Israelkonfliktes ist schon ziemlich alt. Im Alten Testament wird den verfolgten Juden das Land „wo Milch und Honig fließen“ versprochen, versprochen als ein Ort, an dem das verfolgte Volk endlich seine Ruhe finden könnte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt die überlebenden Juden wenig in Deutschland, das Land, in dem ihnen so viel Böses widerfahren war. Also machten sie sich auf und gründeten, mit Unterstützung des Völkerbundes, einen Staat genau da, wo sie schon immer hin wollten. Das war am Anfang auch recht unproblematisch, es lebten nur einige wenige Palästinenser dort. Mit der Zeit wollten aber viel mehr Leute dahin, es wurden in der Gegend immer mehr Juden, die anfingen, die Palästinenser zurückzudrängen und einzusperren. Diese verloren ihre Staatsbürgerschaft und wurden Teil des israelischen Staates: der Gazastreifen.
Heute sieht die Situation etwas weniger entspannt aus als nach dem Krieg: Das Land, wo Milch und Honig fließen sollten, ist umzingelt von Feinden. Das Land der Juden ist in einer Gegend, in der Juden eher unbeliebt sind, wenn nicht gar verhasst.
Der vielleicht schlagkräftigsten Armee der Welt ist es zu verdanken, dass das Land sich dort noch hält und im Inneren Frieden herrscht. Außerhalb nicht: durch diverse Beteiligung an brutalen Kriegen hat das junge Land bereits mehrfach seine Unschuld verloren.
Eigentlich kann man auch nicht davon reden, dass das Land inneren Frieden habe, denn in eben dem Gazastreifen brodelt es. Schon seit Jahren begehren die dort eingesperrten Muslime auf.
Die Situation der Palästinenser im Gazastreifen ist sehr schlecht. Es herrscht dort Armut und lange Zeit auch Terror und Gewalt.
Die Menschen im Gazastreifen sind darin eingesperrt und zwar gezielt. Das geht soweit, dass Fischer teilweise nicht mehr fischen können, weil die küstennahen Regionen vergiftet sind und die anderen Regionen unerreichbar, da israelische Schiffe sie abschießen. Man überwacht den Küstenstreifen.
Die militärischen Einsätze der israelischen Armee gehen auch weiter. Es kommt nämlich vor, dass einige radikale Muslime, die Hamas, Anschläge in Israel verüben, weswegen auch die Grenzen verstärkt gesichert werden. Wenn ein Selbstmordattentäter sich in die Luft gejagt hat, kann man ihn nicht mehr dafür bestrafen. Um trotzdem „Recht“ zu schaffen, fliegt die israelische Armee zu seinem Heimatort und zerbombt sein Haus samt Familie.
Wenn verschiedene Gruppen Hilfslieferungen in die Gegend schicken, kontrollieren die israelischen Grenzer die Menge; ich habe nicht rausgefunden, warum. Aber der inoffizielle Grund, die Menschen schwach zu halten, liegt mit Verlaub nahe.
Was tut die Weltgemeinschaft jetzt dagegen, wenn mit einem Volk so übel umgegangen wird, dass schon von deutschen Juden ein Vergleich mit den KZ im Dritten Reich gezogen wurde?
Sie übt Kritik. Manchmal. Neulich wurde im Sicherheitsrat ein Resolutionsentwurf eingereicht, der dieses Verhalten kritisieren sollte. Leider wurde der von den USA, die im Sicherheitsrat ein Vetorecht haben, abgelehnt. Des Weiteren wird es aufs Schärfste verurteilt, wenn jemand Kritik an Israel persönlich anbringt. Waffenlieferungen an die Palästinenser wurden sogar streng sanktioniert. Jede Möglichkeit dieses Volkes, sich gegen die Unterdrücker zu wehren, wird von einer Organisation unterbunden, die eigentlich für die Menschenrechte einstehen soll.
Außerdem kann sich der israelische Regierungschef Netanjahu herausnehmen, die demokratisierenden Vorgänge in der arabischen Welt zu kritisieren. Diese seien nämlich eine Gefahr für Israel. Unter Diktator Mubarak wurden zum Beispiel die Waffenlieferungen an Palästina unterbunden.
Und nach vielen gescheiterten Friedensverhandlungen, Waffenstillständen und so weiter, die teilweise von einzelnen Islamisten, teilweise auch von der israelischen Regierung einseitig gebrochen wurden, in dem sie den versprochenen Siedlungsstopp nicht einhielten, hat sich der eben erwähnte Regierungschef vor zwei Jahren hingestellt und hat eine Abkehr von der ignoranten Haltung Israels angekündigt: „In meiner Vision von Frieden leben zwei freie Völker Seite an Seite in diesem kleinen Land, mit guten nachbarschaftlichen Beziehungen und gegenseitigem Respekt, jeder mit seiner Flagge, Nationalhymne und Regierung.“
Nun hat Palästina eine eigene Regierung, eine eigene Nationalhymne und eine eigene Flagge, eigentlich schon sehr lange. Nun ist der Konflikt trotzdem nicht vorbei: An der Regierung ist die ehemalige Terrorgruppe Hamas beteiligt, mit der Netanjahu nicht verhandeln will. Außerdem stellte er teilweise unannehmbare Forderungen, was die Grenzen Palästinas betrifft.
Es handelt sich hier also um einen Konflikt, der damit begann, dass Menschen aus aller Welt kamen, um sich in einem besiedelten Land niederzulassen und heute soweit ist, dass diese Gäste aus aller Welt ihre Gastgeber eingesperrt haben und sie nicht mehr freilassen, wenn sie nicht einen großen Teil des Landes behalten dürfen.
Zurück zur Linkspartei: Diese neigt nämlich dazu, dieses inhumane Verhalten der israelischen Regierung anzuprangern. Es ist eine verständlicherweise unhaltbare Situation seit über 60 Jahren.
Teilweise gehen die Linken sogar so weit, dass sie, Hand in Hand mit Nationalsozialisten, nicht nur offen für die Palästinenser eintreten, sondern auch Hilfslieferungen für die Palästinenser per Schiff nach Gaza transportieren. Als sie das das letzte Mal probierten, fiel urplötzlich die israelische Armee über das Schiff her, erschoss jemanden und konfiszierte die Hilfslieferung, nahm die Passagiere fest, Nazis und Linke.
Aufgrund des engagierten Einsatzes der Linken gegen die Gazapolitik Israels kam eine Studie zu dem Schluss, die Linkspartei sei antisemitisch.
Man muss doch glauben, es handle sich hierbei um einen schlechten Scherz. Nicht nur, dass es sich bei den Palästinensern um ein semitisches Volk handelt, wie bei jedem arabischen Volk auch, nicht nur dass das Aushängeschild der Linken Gregor Gysi nicht praktizierender Jude ist. Nein, es wurde hier eindeutig die Kritik an inhumaner Politik eines Staates mit überwiegend jüdischer Bevölkerung mit Judenfeindlichkeit gleichgesetzt.
Es ist doch unglaublich, dass es unmöglich sein soll, inhumane Politik zu kritisieren, ohne dabei die Religion der Täter anzugreifen.
Wenn man die Deutschen in ihre Schranken weist, Israel zu kritisieren, aufgrund ihrer Nazivergangenheit, sollte man nicht darauf hinweisen, dass es dann spezielle Aufgabe der Deutschen sein sollte, inhumane Politik, ähnlich der der Nazis, zu verurteilen?
Die Geschichte des Israelkonfliktes ist schon ziemlich alt. Im Alten Testament wird den verfolgten Juden das Land „wo Milch und Honig fließen“ versprochen, versprochen als ein Ort, an dem das verfolgte Volk endlich seine Ruhe finden könnte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt die überlebenden Juden wenig in Deutschland, das Land, in dem ihnen so viel Böses widerfahren war. Also machten sie sich auf und gründeten, mit Unterstützung des Völkerbundes, einen Staat genau da, wo sie schon immer hin wollten. Das war am Anfang auch recht unproblematisch, es lebten nur einige wenige Palästinenser dort. Mit der Zeit wollten aber viel mehr Leute dahin, es wurden in der Gegend immer mehr Juden, die anfingen, die Palästinenser zurückzudrängen und einzusperren. Diese verloren ihre Staatsbürgerschaft und wurden Teil des israelischen Staates: der Gazastreifen.
Heute sieht die Situation etwas weniger entspannt aus als nach dem Krieg: Das Land, wo Milch und Honig fließen sollten, ist umzingelt von Feinden. Das Land der Juden ist in einer Gegend, in der Juden eher unbeliebt sind, wenn nicht gar verhasst.
Der vielleicht schlagkräftigsten Armee der Welt ist es zu verdanken, dass das Land sich dort noch hält und im Inneren Frieden herrscht. Außerhalb nicht: durch diverse Beteiligung an brutalen Kriegen hat das junge Land bereits mehrfach seine Unschuld verloren.
Eigentlich kann man auch nicht davon reden, dass das Land inneren Frieden habe, denn in eben dem Gazastreifen brodelt es. Schon seit Jahren begehren die dort eingesperrten Muslime auf.
Die Situation der Palästinenser im Gazastreifen ist sehr schlecht. Es herrscht dort Armut und lange Zeit auch Terror und Gewalt.
Die Menschen im Gazastreifen sind darin eingesperrt und zwar gezielt. Das geht soweit, dass Fischer teilweise nicht mehr fischen können, weil die küstennahen Regionen vergiftet sind und die anderen Regionen unerreichbar, da israelische Schiffe sie abschießen. Man überwacht den Küstenstreifen.
Die militärischen Einsätze der israelischen Armee gehen auch weiter. Es kommt nämlich vor, dass einige radikale Muslime, die Hamas, Anschläge in Israel verüben, weswegen auch die Grenzen verstärkt gesichert werden. Wenn ein Selbstmordattentäter sich in die Luft gejagt hat, kann man ihn nicht mehr dafür bestrafen. Um trotzdem „Recht“ zu schaffen, fliegt die israelische Armee zu seinem Heimatort und zerbombt sein Haus samt Familie.
Wenn verschiedene Gruppen Hilfslieferungen in die Gegend schicken, kontrollieren die israelischen Grenzer die Menge; ich habe nicht rausgefunden, warum. Aber der inoffizielle Grund, die Menschen schwach zu halten, liegt mit Verlaub nahe.
Was tut die Weltgemeinschaft jetzt dagegen, wenn mit einem Volk so übel umgegangen wird, dass schon von deutschen Juden ein Vergleich mit den KZ im Dritten Reich gezogen wurde?
Sie übt Kritik. Manchmal. Neulich wurde im Sicherheitsrat ein Resolutionsentwurf eingereicht, der dieses Verhalten kritisieren sollte. Leider wurde der von den USA, die im Sicherheitsrat ein Vetorecht haben, abgelehnt. Des Weiteren wird es aufs Schärfste verurteilt, wenn jemand Kritik an Israel persönlich anbringt. Waffenlieferungen an die Palästinenser wurden sogar streng sanktioniert. Jede Möglichkeit dieses Volkes, sich gegen die Unterdrücker zu wehren, wird von einer Organisation unterbunden, die eigentlich für die Menschenrechte einstehen soll.
Außerdem kann sich der israelische Regierungschef Netanjahu herausnehmen, die demokratisierenden Vorgänge in der arabischen Welt zu kritisieren. Diese seien nämlich eine Gefahr für Israel. Unter Diktator Mubarak wurden zum Beispiel die Waffenlieferungen an Palästina unterbunden.
Und nach vielen gescheiterten Friedensverhandlungen, Waffenstillständen und so weiter, die teilweise von einzelnen Islamisten, teilweise auch von der israelischen Regierung einseitig gebrochen wurden, in dem sie den versprochenen Siedlungsstopp nicht einhielten, hat sich der eben erwähnte Regierungschef vor zwei Jahren hingestellt und hat eine Abkehr von der ignoranten Haltung Israels angekündigt: „In meiner Vision von Frieden leben zwei freie Völker Seite an Seite in diesem kleinen Land, mit guten nachbarschaftlichen Beziehungen und gegenseitigem Respekt, jeder mit seiner Flagge, Nationalhymne und Regierung.“
Nun hat Palästina eine eigene Regierung, eine eigene Nationalhymne und eine eigene Flagge, eigentlich schon sehr lange. Nun ist der Konflikt trotzdem nicht vorbei: An der Regierung ist die ehemalige Terrorgruppe Hamas beteiligt, mit der Netanjahu nicht verhandeln will. Außerdem stellte er teilweise unannehmbare Forderungen, was die Grenzen Palästinas betrifft.
Es handelt sich hier also um einen Konflikt, der damit begann, dass Menschen aus aller Welt kamen, um sich in einem besiedelten Land niederzulassen und heute soweit ist, dass diese Gäste aus aller Welt ihre Gastgeber eingesperrt haben und sie nicht mehr freilassen, wenn sie nicht einen großen Teil des Landes behalten dürfen.
Zurück zur Linkspartei: Diese neigt nämlich dazu, dieses inhumane Verhalten der israelischen Regierung anzuprangern. Es ist eine verständlicherweise unhaltbare Situation seit über 60 Jahren.
Teilweise gehen die Linken sogar so weit, dass sie, Hand in Hand mit Nationalsozialisten, nicht nur offen für die Palästinenser eintreten, sondern auch Hilfslieferungen für die Palästinenser per Schiff nach Gaza transportieren. Als sie das das letzte Mal probierten, fiel urplötzlich die israelische Armee über das Schiff her, erschoss jemanden und konfiszierte die Hilfslieferung, nahm die Passagiere fest, Nazis und Linke.
Aufgrund des engagierten Einsatzes der Linken gegen die Gazapolitik Israels kam eine Studie zu dem Schluss, die Linkspartei sei antisemitisch.
Man muss doch glauben, es handle sich hierbei um einen schlechten Scherz. Nicht nur, dass es sich bei den Palästinensern um ein semitisches Volk handelt, wie bei jedem arabischen Volk auch, nicht nur dass das Aushängeschild der Linken Gregor Gysi nicht praktizierender Jude ist. Nein, es wurde hier eindeutig die Kritik an inhumaner Politik eines Staates mit überwiegend jüdischer Bevölkerung mit Judenfeindlichkeit gleichgesetzt.
Es ist doch unglaublich, dass es unmöglich sein soll, inhumane Politik zu kritisieren, ohne dabei die Religion der Täter anzugreifen.
Wenn man die Deutschen in ihre Schranken weist, Israel zu kritisieren, aufgrund ihrer Nazivergangenheit, sollte man nicht darauf hinweisen, dass es dann spezielle Aufgabe der Deutschen sein sollte, inhumane Politik, ähnlich der der Nazis, zu verurteilen?
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Kommentare
Der Artikel bringt es einfach nur aufm Punkt. Super!