Lil Wayne hängt Coldplay ab
Erschienen am 4.1.09 12:24 Uhr in der Kategorie VIP News.
Es war ein Jahr der Krise für die US-Musikindustrie. Jubel gab es nur bei der Plattenfirma Universal, die Marktführer bleibt. Und bei Rapper Lil Wayne: Von ihm kommt das bestverkaufte Album des Jahres 2008. Dem 26-jährigen Rap-Star Lil Wayne reichten für die Jahres-Spitzenposition knapp 2,9 Millionen verkaufte Exemplare von Tha Charter III. Auf Platz 2 in den Jahres-Charts 2008 kam die britische Band Coldplay mit dem auch in Europa erfolgreichen Album Viva la Vida or Death and All His Friends, vom dem 2,14 Millionen Kopien abgesetzt wurden. Drittplatzierte wurde knapp dahinter die 19-jährige Country-Sängerin Taylor Swift mit 2,11 Millionen verkauften Exemplaren ihres Albums Fearless. Erstmals seit Beginn der Marktanalysen vor 17 Jahren kam das bestverkaufte Album des Jahres damit auf weniger als drei Millionen Exemplare, berichteten die Marktforscher von Nielsen SoundScan laut US-Medien. Der amerikanische Musikmarkt, der größte der Welt, setzte damit seinen Sinkflug fort. Insgesamt sanken die Albumverkäufe im vergangenen Jahr den Angaben zufolge um 14 Prozent 428 Millionen CDs und digitale Downloads. Auslöser dafür war der Einbruch der CD-Verkäufe um fast ein Fünftel auf gut 360 Millionen Album-Kopien. Damit machen die Silberscheiben aber trotz aller Rückgänge immer noch rund 85 Prozent des Marktes aus. Das über die Jahre rasante Wachstum der Internet-Downloads verlangsamte sich und legte nur noch um 32 Prozent zu. Auch im Weihnachtsgeschäft gab es Dämpfer: Die Verkäufe vor den Feiertagen sackten im Jahresvergleich um 19 Prozent ab, hieß es unter Berufung auf die Nielsen-Analyse. Bei den Marktanteilen der großen Musikkonzerne gab es den Zahlen zufolge nur geringe Veränderungen. Weltmarktführer Universal Music behielt die Spitzenposition mit 31,5 Prozent, gefolgt von Sony BMG (25,3 Prozent). Warner Music legte etwas auf 21,4 Prozent zu und der Marktanteil des britischen Emi-Konzerns schrumpfte leicht auf 9 Prozent. Die Musikindustrie verzeichnete zuletzt Jahr für Jahr massive Einbußen. Sie macht dafür vor allem die Verbreitung von Raubkopien im Internet verantwortlich. Die Branche hofft neben dem Internetvertrieb nun mehr auf Einnahmen aus dem Konzertgeschäft und dem Verkauf von Fanartikeln sowie neue Erlösquellen wie Werbeeinnahmen von Video-Websites.
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