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Kenia: Land zwischen Korruption und Hunger
Erschienen am 17.1.09 23:45 Uhr in der Kategorie Nachrichten.

Blutige Unruhen erschütterten Kenia vor einem Jahr - heute sind es politische Skandale in Serie. Die Regierung lässt es sich gutgehen, reist und schwelgt, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Währenddessen versinkt ein Großteil des Landes im Elend. Nairobi - Das neue Jahr ist gerade erst ein paar Tage alt, aber es hat für die Kenianer schlecht begonnen. Millionen leiden unter der monatelangen Dürre. Die Trockenheit macht allen zu schaffen, selbst in Nairobis besseren Stadtteilen fällt immer häufiger das Wasser aus. Zugleich wird das durchaus affärenerprobte Land von politischen Skandalen erschüttert wie selten zuvor. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht neue kleinere oder größere Verfehlungen offenbar werden.

Und tatsächlich ist die Frequenz der Skandale in den vergangenen Wochen beklemmend hoch:

  • 76 Millionen Euro sind verschwunden, nachdem die halbstaatliche Pipelinegesellschaft auf eigene Faust Ölreserven verkauft hat. Der Vorsitzende und sein Geschäftsführer wurden vom Dienst suspendiert.

  • Knapp zehn Millionen Euro müssen die Verbraucher bezahlen, weil ein Kartell - besetzt mit hochrangigen Politikern - den Mais künstlich verknappt und trotz Verbotes ins Ausland verkauft hat. Politische Konsequenzen? Bisher keine.

  • 4,3 Millionen Euro hat die halbstaatliche Tourismusbehörde an zwei private Unternehmen praktisch ohne Gegenleistung bezahlt. Der Amtschef wurde umgehend entlassen.

  • Für rund 30 Millionen Euro wurde im vergangenen Sommer das "Grand Regency Hotel", eines der besten Hotels in Nairobi, an einen libyschen Investor verkauft, obwohl der Marktwert des Hotels deutlich höher eingeschätzt wird. Der Finanzminister musste infolge des ominösen Deals gehen.


Vor allem der Mais-Skandal erregt die Kenianer. Erst stiegen die Preise im vergangenen Sommer wie überall, dann stellte sich heraus, dass die Regierung nicht genügend Mais importiert hatte, um den absehbaren Bedarf aufzufangen. Und schließlich wurde auch noch ruchbar, dass die Knappheit - nicht zuletzt durch Politiker - künstlich angeheizt worden war.

Quelle: Spiegel Online
Bild: pinkfetish, stock.xchng





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