Arme Länder klagen über Folgen des Klimawandels
Erschienen am 26.10.09 12:27 Uhr in der Kategorie Nachrichten.
Ein im Bereich der Wirtschaft gängiges Modell ist die Allmendeklemme. Genauer gesagt gilt der Leitsatz: Wenn Menschen nach ihrem eigenen, besten Nutzen strebend frei über die Allgemeingüter verfügen, so schaden sie der gesamten Gesellschaft. Das trifft hier recht gut zu, denn die Industrienationen nehmen sich seit Jahren das Recht, Klimakiller wie das Treibhausgas CO2 in großen Mengen in die Luft zu schleudern. Während man dadurch einen maximalen Nutzen herausholen kann, indem man beispielsweise viele Produkte produziert, schadet man aber allen anderen Ländern, da diese ja auch unter den Klimaveränderungen zu leiden haben.
Ein sehr gutes Beispiel ist die Pazifikinsel Funafuti, die sich durch abschmelzende Polkappen und Permafrostböden stark bedroht fühlen. Ihr Problem? Die Insel besteht aus aus dem Wasser ragenden Vulkanspitzen. Und diese ragen nur knapp über den Meeresspiegel. Wenn nun der Wasserspiegel minimal steigt, wird es diese Insel womöglich bald nicht mehr geben. Immerhin 5000 Einwohner würden ihre Heimat für immer verlieren.
Aufgrund der Wirtschaftskrise ist die Spendenbereitschaft für arme Länder generell gesunken. Pro Jahr, so beziffern es die Vereinten Nationen, wären mindestens 100 Milliarden Dollar Hilfsgelder nötig für den Klimaschutz der armen Länder. Des weiteren betont Karel De Gucht, EU-Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe, dass er die Gefahr darin sehe, dass die Mittel für den Klimaschutz auf Kosten anderer Hilfsprojekte gehen. Er fordert weiter, dass die Firmen bestraft werden können, die im Ausland die Umwelt schädigen, wie es im Fall des Regenwaldes auch viele westliche Firmen tun.
Funafuti ist nur eines von vielen Beispielen für durch Klimawandel bedrohte Regionen. Und die Anzahl genau dieser wird stetig wachsen. So geht man davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren rund 300 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen werden könnten. Eine besondere Gefahr steckt in den Permafrostböden, in denen durch Abbau von organischen Materialien sehr früher Zeiten viele Gase eingelagert sind, vor allem Methan. Methan ist ein deutlich gefährlicherer Klimakiller als CO2. Wenn die Permafrostböden, die im Normalfall niemals auftauen würden, nun doch zu tauen beginnen würden, dann würden die Ausmaße des Klimawandels unumkehrbar in ein absolutes Chaos führen, das möglicherweise das Leben auf der Erde grundlegend ändern würde. Da diese Böden Messungen zufolge bereits bedroht sind zu tauen, ist es grundlegend extrem wichtig, jetzt schnell zu handeln und international intensiv gegen den Klimawandel vorzugehen. Erste Schritte sind da beispielsweise schon die Einführung der Energiesparlampe oder die stärkere Nutzung von erneuerbaren Energien durch etwa Windkrafträder oder Solaranlagen. Aber all dies ist noch nicht ausreichend genug.
Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 26.10.2009 (Judith Raupp,"Arme Staaten fühlen sich im Stich gelassen")
Ein sehr gutes Beispiel ist die Pazifikinsel Funafuti, die sich durch abschmelzende Polkappen und Permafrostböden stark bedroht fühlen. Ihr Problem? Die Insel besteht aus aus dem Wasser ragenden Vulkanspitzen. Und diese ragen nur knapp über den Meeresspiegel. Wenn nun der Wasserspiegel minimal steigt, wird es diese Insel womöglich bald nicht mehr geben. Immerhin 5000 Einwohner würden ihre Heimat für immer verlieren.
Aufgrund der Wirtschaftskrise ist die Spendenbereitschaft für arme Länder generell gesunken. Pro Jahr, so beziffern es die Vereinten Nationen, wären mindestens 100 Milliarden Dollar Hilfsgelder nötig für den Klimaschutz der armen Länder. Des weiteren betont Karel De Gucht, EU-Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe, dass er die Gefahr darin sehe, dass die Mittel für den Klimaschutz auf Kosten anderer Hilfsprojekte gehen. Er fordert weiter, dass die Firmen bestraft werden können, die im Ausland die Umwelt schädigen, wie es im Fall des Regenwaldes auch viele westliche Firmen tun.
Funafuti ist nur eines von vielen Beispielen für durch Klimawandel bedrohte Regionen. Und die Anzahl genau dieser wird stetig wachsen. So geht man davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren rund 300 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen werden könnten. Eine besondere Gefahr steckt in den Permafrostböden, in denen durch Abbau von organischen Materialien sehr früher Zeiten viele Gase eingelagert sind, vor allem Methan. Methan ist ein deutlich gefährlicherer Klimakiller als CO2. Wenn die Permafrostböden, die im Normalfall niemals auftauen würden, nun doch zu tauen beginnen würden, dann würden die Ausmaße des Klimawandels unumkehrbar in ein absolutes Chaos führen, das möglicherweise das Leben auf der Erde grundlegend ändern würde. Da diese Böden Messungen zufolge bereits bedroht sind zu tauen, ist es grundlegend extrem wichtig, jetzt schnell zu handeln und international intensiv gegen den Klimawandel vorzugehen. Erste Schritte sind da beispielsweise schon die Einführung der Energiesparlampe oder die stärkere Nutzung von erneuerbaren Energien durch etwa Windkrafträder oder Solaranlagen. Aber all dies ist noch nicht ausreichend genug.
Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 26.10.2009 (Judith Raupp,"Arme Staaten fühlen sich im Stich gelassen")
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