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Studentenproteste in Österreich
Erschienen am 2.11.09 21:06 Uhr in der Kategorie Nachrichten.

Wegen schlechten Bedingungen an den österreichischen Universitäten haben österreichische Studenten angefangen zu streiken. Durch seit 11 Tagen durchgehendes Besetzen beispielsweise der Wiener Universität, der größten Uni im deutschsprachigen Raum, und durch Demonstrationen auf den Straßen, sowie sonstigen Demoaktionen an den Unis, setzen sie sich für bessere Studienbedingungen, freien Zugang zu den Universitäten, sowie Gesetzesänderungen, etwa für mehr Mitspracherecht, ein. Angefangen haben die Proteste an genau dieser Uni, wurden aber weitergetragen ins ganze Land. Auch in Deutschland gab es an den Universitäten in Hamburg und Berlin solidarische Aktionen.

Während am vergangenen Mittwoch mehr als 20.000 Menschen in der Wiener Innenstadt auf einer Großdemonstration unterwegs waren, wird bereits ein landesweiter Aktionstag mit Schülerstreiks und weiteren Demonstrationen geplant. Auch das Blockieren wichtiger Verkehrsadern steht bei den Wiener Studenten zur Debatte. Die Aktionen direkt aus der Wiener Universität können per Livestreaming über das Internet verfolgt werden und im Sekundentakt gibt es auch bei Twitter neue Meldungen rund um die Aktionen.

Ein Problem, auf welches die Studenten aufmerksam machen wollen, sind die maßlos überfüllten Hörsääle, woran auch einige Deutsche nicht unschuldig sind, da viele Deutsche an österreichische Universitäten gehen, um dem Numerus Clausus zu entgehen. Trotzdem gäbe es nach Ansicht von Studenten und Professoren nicht zu viele Studenten, sondern zu wenige Plätze. Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann äußerte zwar Verständnis, schob die Hauptschuld aber auf den Wirtschaftsminister Johannes Hahn. Als ersten Kompromiss ist man seitens Regierung bereit, 34 Millionen Euro aus dem Notfallbudget für die Unis bereitzustellen. Die Hochschulen haben aber nach eigenen Angaben einige Milliarden Euro nötig und sehen das bereitgestellte Geld eher als „Trinkgeld“ an.

Dass die Proteste in Wien jedoch zeitnah an ein Ende kommen werden ist nach Angaben der Süddeutschen Zeitung recht wahrscheinlich, da bereits von mehreren Nervenzusammenbrüchen und Ermüdungserscheinungen berichtet wird.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 02.11.2009 (Wolfgang Luef, "Mambo und Sackhüpfen für den Protest")

Julian C.





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