Trauer um Robert Enke
Erschienen am 15.11.09 16:26 Uhr in der Kategorie Nachrichten.
Unvorstellbar, atemberaubend und überwältigend. So war es bei der Trauerfeier für Robert Enke dem ehemaligem Torwart von Hannover 96 und der Nationalelf.
Tausende wischten sich die Tränen aus den Augen als das Vereinslied ertönte. "Letzten Sonntag haben wir Robert Enke hier noch spielen sehen, nun ist er nicht mehr unter uns. Die Welt ist nicht im Lot", sagte der Ministerpräsident Niedersachsens, Christian Wulf, unter Tränen zu den Fans die auf den Rängen standen und zu dem Sarg in Mitten des Spielfeldes blickten.
Heute trauerten etwa 35.000 Menschen um Robert Enke im Stadion. Mit klassischer Musik und Traueransprachen wurde dem Torhüter gedacht, der sich aus Verzweiflung am Dienstag das Leben nahm. Trauerflore, weiße Blumen und Kränze der Bundesliga Vereine lagen um den Sarg der im Mittelkreis des Feldes aufgebahrt war.
Im Stadion war es die ganze Zeit sehr still. Die Fans strömten schweigend zu den Plätzen. Fast alle waren schwarz gekleidet. Einige trugen Trikots, Schals oder Fahnen. Als die Witwe Teresa Enke, von einer Freundin umarmt, zum Sarg ging, erhoben sich die Anwesenden und begannen zu applaudieren.
Michael Ballack und sein Kollege Per Mertesacker legten am Anfang einen Kranz nieder. Alle Nationalspieler verneigten sich am Sarg.
Neben dem DFB-Team und dem Bundestrainer Joachim Löw waren auch andere Größen des Fußballs und der Politik anwesend. Franz Beckenbauer, der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann und die OK-Chefin der Frauen-WM 2011, Steffi Jones, waren ebenfalls anwesend. Weitere Gäste waren Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Altkanzler Gerhard Schröder.
DFB-Präsident Theo Zwanziger appellierte in seiner Rede an die Menschlichkeit und forderte einen Blick über den Sport hinaus. "Fußball darf nicht alles sein. [ ] Denkt nicht nur an den Schein. Denkt auch an das, was in den Menschen ist, an Zweifel und Schwäche", sagte Zwanziger.
Außerdem rief er auf, das Leben in Maß und Balance mit Fairplay und Respekt zu gestalten. Der Vereinspräsident von Hannover würdigte Enke als ausgezeichneten Sportler und betonte die menschlichen Qualitäten.
Der Ministerpräsident Niedersachsens, Christian Wulff, würdigte nicht nur Teresa Enke: "Was Sie durchlitten haben, können wir nur erahnen. Der warmherzige Beifall hat gezeigt, dass wir bei Ihnen sind", sondern drückte auch seine Hoffnung auf einen Wandel in der Gesellschaft aus.
"Wir trauern um einen großartigen Menschen und einen überragenden Sportler", sagte Wulff. "Dass ein begnadeter Ausnahmetorwart, der immer wieder seine Mannschaft vor Niederlagen bewahrt hat, sich dem Leben geschlagen gibt, erschüttert uns alle", so Wulff.
Lange hielt der Applaus der Trauergäste die sich nach der Rede von ihren Plätzen erhoben. Immer wieder gab es während dem Gedenken Standing Ovations
Auch Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil wünschte Teresa Enke die Kraft, gemeinsam mit der erst wenige Monate alten Tochter Leila neuen Lebensmut zu finden. "Seit Dienstagabend verharrt Hannover in tiefer Trauer", sagte Weil: "Es ist sehr still in Hannover, aber gleichzeitig ist die Stadt zusammengerückt."
Nach der Andacht von Pfarrer Heinrich Plochg wurde der Sarg Enkes zum Song "The Rose" von Bette Midler und dem Fußball-Kultlied "You'll never walk alone" von Vereinskollegen des Torwarts aus dem Stadion getragen. Tränenreich nahmen die trauernden Zuschauer endgültig Abschied von ihrem Idol.
Im Anschluss an die Trauerfeier fand die Beerdigung im engsten Familienkreis auf dem Friedhof in Neustadt am Rübenberge statt. Enke wurde neben seiner 2006 im Alter von zwei Jahren verstorbenen Tochter Lara beigesetzt.
Quelle: Spiegel Online
Bild © Gerd Altmann / PIXELIO
Tausende wischten sich die Tränen aus den Augen als das Vereinslied ertönte. "Letzten Sonntag haben wir Robert Enke hier noch spielen sehen, nun ist er nicht mehr unter uns. Die Welt ist nicht im Lot", sagte der Ministerpräsident Niedersachsens, Christian Wulf, unter Tränen zu den Fans die auf den Rängen standen und zu dem Sarg in Mitten des Spielfeldes blickten.
Heute trauerten etwa 35.000 Menschen um Robert Enke im Stadion. Mit klassischer Musik und Traueransprachen wurde dem Torhüter gedacht, der sich aus Verzweiflung am Dienstag das Leben nahm. Trauerflore, weiße Blumen und Kränze der Bundesliga Vereine lagen um den Sarg der im Mittelkreis des Feldes aufgebahrt war.
Im Stadion war es die ganze Zeit sehr still. Die Fans strömten schweigend zu den Plätzen. Fast alle waren schwarz gekleidet. Einige trugen Trikots, Schals oder Fahnen. Als die Witwe Teresa Enke, von einer Freundin umarmt, zum Sarg ging, erhoben sich die Anwesenden und begannen zu applaudieren.
Michael Ballack und sein Kollege Per Mertesacker legten am Anfang einen Kranz nieder. Alle Nationalspieler verneigten sich am Sarg.
Neben dem DFB-Team und dem Bundestrainer Joachim Löw waren auch andere Größen des Fußballs und der Politik anwesend. Franz Beckenbauer, der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann und die OK-Chefin der Frauen-WM 2011, Steffi Jones, waren ebenfalls anwesend. Weitere Gäste waren Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Altkanzler Gerhard Schröder.
DFB-Präsident Theo Zwanziger appellierte in seiner Rede an die Menschlichkeit und forderte einen Blick über den Sport hinaus. "Fußball darf nicht alles sein. [ ] Denkt nicht nur an den Schein. Denkt auch an das, was in den Menschen ist, an Zweifel und Schwäche", sagte Zwanziger.
Außerdem rief er auf, das Leben in Maß und Balance mit Fairplay und Respekt zu gestalten. Der Vereinspräsident von Hannover würdigte Enke als ausgezeichneten Sportler und betonte die menschlichen Qualitäten.
Der Ministerpräsident Niedersachsens, Christian Wulff, würdigte nicht nur Teresa Enke: "Was Sie durchlitten haben, können wir nur erahnen. Der warmherzige Beifall hat gezeigt, dass wir bei Ihnen sind", sondern drückte auch seine Hoffnung auf einen Wandel in der Gesellschaft aus.
"Wir trauern um einen großartigen Menschen und einen überragenden Sportler", sagte Wulff. "Dass ein begnadeter Ausnahmetorwart, der immer wieder seine Mannschaft vor Niederlagen bewahrt hat, sich dem Leben geschlagen gibt, erschüttert uns alle", so Wulff.
Lange hielt der Applaus der Trauergäste die sich nach der Rede von ihren Plätzen erhoben. Immer wieder gab es während dem Gedenken Standing Ovations
Auch Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil wünschte Teresa Enke die Kraft, gemeinsam mit der erst wenige Monate alten Tochter Leila neuen Lebensmut zu finden. "Seit Dienstagabend verharrt Hannover in tiefer Trauer", sagte Weil: "Es ist sehr still in Hannover, aber gleichzeitig ist die Stadt zusammengerückt."
Nach der Andacht von Pfarrer Heinrich Plochg wurde der Sarg Enkes zum Song "The Rose" von Bette Midler und dem Fußball-Kultlied "You'll never walk alone" von Vereinskollegen des Torwarts aus dem Stadion getragen. Tränenreich nahmen die trauernden Zuschauer endgültig Abschied von ihrem Idol.
Im Anschluss an die Trauerfeier fand die Beerdigung im engsten Familienkreis auf dem Friedhof in Neustadt am Rübenberge statt. Enke wurde neben seiner 2006 im Alter von zwei Jahren verstorbenen Tochter Lara beigesetzt.
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