7.4.10 14:35 Uhr von Vany

Rezension „Das Kind“ – Sebastian Fitzek - Rezensionen - Artikelarchiv

Der Autor Sebastian Fitzek behandelt in seinem dritten Psychothriller „Das Kind“ das große und umstrittene Thema Wiedergeburt.
Der zehnjährige Simon ist fest davon überzeugt, dass er in einem früheren Leben einmal Menschen getötet hat und sucht deshalb den renommierten Berliner Strafverteidiger Robert Stern auf. Natürlich glaubt anfangs keiner dem Kind, aber nur so lange bis tatsächlich die erste Leiche an dem vom Jungen beschriebenen Schauplatz auftaucht. Ein Lügendetektortest der Polizei räumt alle letzten Zweifel an der Echtheit der Behauptungen Simons aus. Damit wäre der Fall für den Verteidiger Stern ein leichtes Spiel, denn alle Morde fanden vor Simons Geburt statt, doch da schaltet sich eine geheimnisvolle „Stimme“ ein, die ihm droht die Kinder seiner Ex-Frau zu töten, falls er noch einmal die Polizei einschalten sollte. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als dem wahren Killer selbst auf die Spur zu kommen, ständig verfolgt von der allwissend scheinenden „Stimme“. So wird Stern zusammen mit seinen zwei Wegbegleitern immer tiefer in kriminelle Abgründe gezogen, von „harmlosen“ Einbrüchen bis zu Kindesmissbrauch und Kinderhandel. Die Auflösung des Falles schließlich ist sehr einfach, aber unerwartet.

Im Großen und Ganzen ist dem Autor ein sehr spannender und rasanter Roman gelungen, bei dem der Leser allerdings Gefahr läuft, dass aufgrund des schnellen Lesetempos wichtige Fakten in Nebensätzen verloren gehen. Für Freunde des Psychothrillers ist der Lesestoff sehr gut geeignet, auch wenn Motive von bekannten Horrorfilmen abgeschaut wurden, zum Beispiel das erstmalige Auftreten der „Stimme“ in einem Video, das doch sehr an „The Ring“ erinnert. Auch die Auflösung ist leider mit medizinisch-psychologischen Erläuterungen so vollgestopft, dass der Überraschungseffekt fast zunichte gemacht wird. Die allerletzte Schlussszene schließlich hat fast keinen erkennbaren Zusammenhang mehr mit der Handlung des Buches und fordert vom Leser einiges an Denkarbeit, um nach mehrmaligem Lesen endlich verstanden zu werden.

Trotz dieser Mängel versteht Sebastian Fitzek es dennoch, seine einzelnen Kapitel so spannend zu beenden, dass das Weglegen des Buches fast unmöglich scheint. An diesem Punkt schließe ich mich dem Kommentar von brigitte.de an: „Dieses Buch ist eine Droge.“

„Das Kind“ von Sebastian Fitzek ist erschienen im Knaur Verlag und für 8,95 Euro unter der ISBN 978-3426637937 erhältlich.

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TagsDas Kind, Buch, Lesetipp, Thriller, Psycho