Serj Tankian imponiert mit Symphonie-Orchester
Erschienen am 25.4.10 14:38 Uhr in der Kategorie Rezensionen.

Das erste Solo-Album von System of a Down-Frontmann Serj Tankian strotzte nur so von Bezügen zur klassischen Musik. Um das Werk ins rechte Licht zu rücken, suchte er das Auckland Philharmonie Orchester auf und trat mit ihnen live auf. Bemerkenswert ist, dass Serj Tankian alle 70 Partituren des Orchesters selbst geschrieben hat. Der neuseeländische Komponist John Psathas arrangierte diese. Wie sich das angehört hat, kann man seit Mitte Mai auf "Elect The Dead Symphony" hören. Das Konzert gibt es auf CD und DVD. Es beinhaltet die folgenden Titel:

1. Feed Us
2. Blue
3. Sky Is Over
4. Lie Lie Lie
5. Money
6. Baby
7. Gate 21
8. The Charade
9. Honking Antelope
10. Saving Us
11. Elect The Dead
12. Falling Stars
13. Beethoven's C**t
14. Empty Walls

Tankian gefiel das Konzept so gut, dass er bereits sein nächstes Studioalbum angekündigt hat. "Imperfect Harmonies" soll im dritten Quartal dieses Jahres erscheinen, der Grammy-Gewinner produziert das sinfonische Album in Eigenregie in seinem Heimstudio.

Zwar fehlt dem einen oder anderen Song eine gewisse Portion Krawall. Die alt bekannten Singles "Empty Walls", "Lie Lie Lie" und "Sky Is Over" wurden jedoch nahezu perfekt in Szene gesetzt und übertrumpfen womöglich sogar das Original. Doch nicht nur Altbekanntes versteht es Tankian umzusetzen: Das zuvor unveröffentlichte "The Charade" kann ebenfalls auf ganzer Linie überzeugen.

Auch wenn die stimmliche Bandbreite, die auf "Elect The Dead Symphony" geboten wird, kein Vergleich zu Vertretern des Opern-Genres bietet, ist sie trotzdem nicht zu verachten. Beispielsweise stellt "Beethoven's C**t" ein reges Spiel mit Lautstärke und Tonhöhe dar.

Die knapp einstündige Konzert-CD/DVD verliert über die Zeit an Abwechslung, wartet jedoch zum Schluss mit dem Kracher "Empty Walls" auf, der noch mal alles rausholt, was die Platte zu bieten hat.

"Elect The Dead Symphony" ist ein Wechselspiel zwischen pompösen und minimalistischen Klängen, das bei Titeln wie "The Charade" oder "Empty Walls" seinen Höhepunkt findet. Der System of a Down-Frontmann zeigt, dass Alternative-Metal und Klassik eine wunderbare Komposition darstellen können.

Abwechslung
Innovation
Musikalische Umsetzung
Gesamt

Anspieltipps: "Empty Walls", "Baby", "Lie Lie Lie"

Felix Hoffmann



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