Aktueller Titel: Bad Meets Evil: "Lighters"
Killerspiele machen aggressiv
Erschienen am 29.4.10 22:02 Uhr in der Kategorie Nachrichten.

Jeder Computerspieler ist felsenfest davon überzeugt: „Killerspiele machen nicht aggressiv!“. Dabei berufen sie sich oftmals auf Studien, die in den Medien angeprisen wurden. Jetzt gibt es allerdings eine neue, repräsentative Studie, die sehr wohl belegt, dass Killerspiele die Aggression stimulieren. Der Ulmer Psychatrie-Professor Manfred Spitzer und der Hannoveraner Kriminologe Stefan Pfeiffer sind sich einig: Killerspiele haben „verheerende Wirkungen insbesondere auf Kinder und Jugendliche“!

Computerspielexperte und Aggressionsforscher Craig Anderson von der Iowa State University legte eine Zusammenfassung von sämtlichen methodisch einwandfrei durchgeführten Studien vor. Insgesamt wurden über 12000 heranwachsende Probanden weltweit durch Befragungen und Langzeitstudien getestet. Dabei kam er zu dem eindeutigen Ergebnis, dass Killerspiele in der Realität tatsächlich die Aggressivität erhöhen. Zwar nicht überwältigend stark, aber stärker als es Armut, Drogenkonsum oder prügelnde Eltern tun.

Auch in Deutschland gibt es Studien, so wurden zum Beispiel 300 Hauptschüler empirisch befragt, welche Spiele sie spielten. Diejenigen, die Killerspiele spielten, haben deutlich mehr Straftaten begangen. Anderson bezeichnet die Bemerkung, dass Spieler doch Realität und Virtualität auseinander halten könnten „für einen Mythos“. Wenn man lang genug diese aggressiven Denkmuster einüben würde, fände mit der Zeit eine Automatisierung statt.

Weiter wurde festgestellt, dass Killerspiele die Hilfsbereitschaft deutlich senken. Eine vorgetäuschte Prügelei während dem Ausfüllen eines Fragebogens nach dem Testen von Spielen brachte das Ergebnis, dass diejenigen, die Killerspiele spielten, durchschnittlich 4 mal solange gebraucht haben, bis sie eingeschritten sind, als Probanden, die keine Killerspiele spielten. Geschlechtsunterschiede soll es übrigends keine geben, allerdings spielen Mädchen generell weniger Killerspiele als Jungs.

Quelle: Frankfurter Runschau vom 29.04.2010. Jochen Paulus, "Prädikat: aggressionsfördernd"

Julian C.



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Kommentare

Felix schrieb am 29.04.2010 22:38:
Will damit nur sagen, dass das Zocken womöglich ein verstärkender Faktor, jedoch NIE ein Alleintäter ist.
Felix schrieb am 29.04.2010 22:37:
Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Einerseits kann ich nachvollziehen, dass das Zocken (ob das nur "Killer-Spiele" betrifft, sei mal dahingestellt) Aggressionen auslöst. Ich möchte hier mal zwei mir bekannte Fälle gegenüberstellen: Der zockt ziemlich viel, geht aber zusätzlich auch sehr viel Feiern und ist mit Freunden unterwegs -> Aggressionspotenzial sehr hoch (Ich sage nicht, dass das auf das Zocken zurückzuführen ist!); Nummer zwei: Zockt ebenso viel, macht aber sonst nichts. Das liegt nicht daran, dass ihn niemand fragt, ob er mal auf dies und jenes Bock hat oder er keine Freunde hat - er will einfach nicht -> Aggressionspotenzial -> Sehr gering, nahezu pazifistisch. Natürlich handelt es sich um Einzelfälle aber auch bei anderen Personen sind mir keine besonderen Verhaltensformungen durch Computerspiele aufgefallen.
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TagsAggression, Killerspiele, Studien, empirisch


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