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Der Leopard treibt sein Unwesen
Erschienen am 25.5.10 17:26 Uhr in der Kategorie Rezensionen.

Wieso fangen eigentlich die meisten (zumindest viele) guten Kriminalromane damit an, dass der Ermittler, die Hauptfigur, aus einer abgelegenen Gegend in einen Fall eingebracht werden muss? So ist es jedenfalls auch beim neuesten Bestseller-Roman von Jo Nesbo, nämlich „Leopard“. Es handelt sich hierbei mittlerweile um das achte Werk der Erfolgsserie um den norwegischen Kriminalermittler Harry Hole.

Jo Nesbo - Leopard, © Ullstein Verlag

Nach den Geschehnissen um den „Schneemann“, dem Vorgängerwerk von „Leopard“, hat sich Harry Hole in Hongkong in einer heruntergekommenen Wohnung niedergelassen, genießt regelmäßig sein Opium und will mit dem Morddezernat nichts mehr zu tun haben, wohl aber mit dem übermäßigen Genuss von Alkohol. Doch die junge Komissarin Kaja Solness schafft es, ihn in die Ermittlungen bezüglich eines Serienkillers in Oslo wieder zurück zu gewinnen. Mehrere Menschen, die gemein haben, dass sie zusammen zum selben Zeitpunkt in derselben Touristenhütte übernachtet hatten und eine Vergewaltigung beobachtet haben, die sie aber als solche nicht wahrgenommen haben, werden nach und nach blutrünstig ermordet. Der Leser bekommt in Zwischensequenzen nicht nur die letzten Lebensminuten der Opfer mit, sondern auch deren Emotionen und die Emotionen des Killers, was einen teilweise doch recht nachdenklich stimmt. Eine identifizierbare Waffe kommt dabei scheinbar aus Sicht der Ermittler nicht zum Einsatz, sodass sich zuerst vermuten lässt, dass der Schneemann, welcher ebenfalls so kreative Morde durchgeführt hatte, hinter der ganzen Sache steckt, der Leser erfährt aber schnell vom Leopoldsapfel aus dem Kongo, welcher sich als extrem grausames Mordinstrument erweist. Die Fährte führt über die Berge Norwegens nach Afrika in den Kongo bis nach Leipzig in Deutschland. Und während Harry und seine Kollegen ermitteln und dem Mörder mehr oder weniger Dicht auf den Versen sind, sterben weitere Menschen, ohne, dass es offensichtliche Anhaltspunkte gibt, wer der Mörder genau sein könnte. Mit dem Lauf der Geschichte kommen Harry und Kaja aber dem Täter so dicht auf die Versen, dass sie bald selbst zu seinen Opfern werden.

Von Seite 1 bis Seite 700 bleibt der Roman durchgehend spannend. Mehrere Zwischenhandlungen, die von Intrigen, dem Konflikt zwischen der Ermittlungsbefugnis von Morddezernat und Kriminalamt und der düsteren Vergangenheit der verschiedenen Figuren handeln, sorgen für eine Spannung, die sich komplett durchzieht und es nahezu unmöglich machet, das Buch wegzulegen.

Auch wenn nach ¾ des Buches klar zu sein scheint, wer der Serienkiller ist, kommt nochmals eine Wende in die Story, die sehr überraschend daherkommt.

„Leopard“ von Jo Nesbo ist ein wahres Meisterwerk, was Kriminalromane angeht und sollte in jedermans Buchregal vorhanden sein, der Spannung und Nervenkitzel liebt. „Leopard“ ist erschienen im Ullstein-Verlag und in der gebundenen Ausgabe für 21,95 Euro unter der ISBN 978-3-550-98774-5 zu bekommen.

Lesespaß
Anspruch
Spannung
Gesamt


Julian C.



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TagsLeopard, Jo Nesbo, Krimi, Roman, Kriminalroman, Bestseller, Schneemann, Harry Hole


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