Harvards Elite-Schummler
Erschienen am 29.5.10 21:29 Uhr in der Kategorie Nachrichten.
Ich sags euch, Unibewerbungen zu schreiben kann ziemlich anstrengend sein. Man muss tausend Fragebögen ausfüllen, Lebensläufe erstellen und Zeugniskopien mitschicken. Und zwar beglaubigte Kopien: Das heißt schön mit Stempel, Unterschrift einer Autorität und trallerla. Nicht, dass man auf die Idee kommt, seine Noten mit Photoshop noch ein wenig zu verbessern. In den USA scheint das Ganze allerdings nicht so genau genommen - oder ganz einfach nicht überprüft - zu werden.
Die Sever Hall der Harvard University, © Joe H
Eigentlich studieren an den amerikanischen Elite-Unis nur die Besten der Besten. Doch 2007 bewirbt sich Adam Wheeler, 23, an der Universität Harvard. Seine Noten sind exzellent, in Empfehlungsschreiben loben Professoren ihn als eine Art Genie. Unter anderem durch Essays erhält er Stipendien und Fördermittel von insgesamt 45.000 Dollar. Keins seiner Dokumente ist echt, doch niemandem fällt etwas auf.
Alles scheint gut zu gehen: Diese Woche ist die große Abschlusszeremonie, bei denen (fast) alle Studenten feierlich ihr Diplom entgegennehmen. Auch Adam Wheeler hätte es beinahe geschafft: Ein wirklich und wahrhaftig echtes Harvard-Diplom! Doch der Übermut, sich auch noch in Yale bewerben zu müssen, macht ihm alles kaputt. Ein Professer dort liest sich die eindrucksvolle Bewerbung durch, stutzt bei einem der (abgeschriebenen) Projekttexte - und forscht weiter nach. Nicht nur der Text war von einem Professor abgeschrieben, auch andere Lücken tun sich auf. Statt Noten, die eigentlich in Zahlen angegeben werden, verwendet Wheeler Buchstaben, und auch Verfasser angeblicher Empfehlungsschreiben kannten den Studenten nicht einmal.
Jetzt wartet der eigentlich mittelmäßige Schüler einer unbekannten High School auf seinen Prozess. Angeklagt ist er wegen 20 Vergehen, darunter Diebstahl, Betrug und Identitätsschwindel.
Die Sever Hall der Harvard University, © Joe HEigentlich studieren an den amerikanischen Elite-Unis nur die Besten der Besten. Doch 2007 bewirbt sich Adam Wheeler, 23, an der Universität Harvard. Seine Noten sind exzellent, in Empfehlungsschreiben loben Professoren ihn als eine Art Genie. Unter anderem durch Essays erhält er Stipendien und Fördermittel von insgesamt 45.000 Dollar. Keins seiner Dokumente ist echt, doch niemandem fällt etwas auf.
Alles scheint gut zu gehen: Diese Woche ist die große Abschlusszeremonie, bei denen (fast) alle Studenten feierlich ihr Diplom entgegennehmen. Auch Adam Wheeler hätte es beinahe geschafft: Ein wirklich und wahrhaftig echtes Harvard-Diplom! Doch der Übermut, sich auch noch in Yale bewerben zu müssen, macht ihm alles kaputt. Ein Professer dort liest sich die eindrucksvolle Bewerbung durch, stutzt bei einem der (abgeschriebenen) Projekttexte - und forscht weiter nach. Nicht nur der Text war von einem Professor abgeschrieben, auch andere Lücken tun sich auf. Statt Noten, die eigentlich in Zahlen angegeben werden, verwendet Wheeler Buchstaben, und auch Verfasser angeblicher Empfehlungsschreiben kannten den Studenten nicht einmal.
Jetzt wartet der eigentlich mittelmäßige Schüler einer unbekannten High School auf seinen Prozess. Angeklagt ist er wegen 20 Vergehen, darunter Diebstahl, Betrug und Identitätsschwindel.
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Kommentare
Tja, warum musste er sich auch in Yale bewerben? Und warum hat er die Zeugnisse falsch gefälscht? Hätte alles klappen können, ein paar weniger bekannte Texte, besseres Fälschen und eine Uni, die mit Recht zu den kleineren gehört, für die bekommt man auch ein Stipendiat.