5. April 2017 - Philip Waegt

Hannover Zoo in öffentlicher Kritik wegen Tierquälerei

Hannover Zoo in öffentlicher Kritik wegen Tierquälerei

Aktuell steht der Hannover Zoo in der öffentlichen Kritik, nachdem die Tierschutzorganisation PETA e.V. Bild- und Videomaterial veröffentlicht hat, bei welchem deutlich wird, wie Zoowärter die asiatischen Elefanten maßregeln. Laut PETA versuche der Hannover Zoo durch zirkusähnliche Shows mehr Besucher anzulocken. Die Dressur dieser Kunststücke findet bereits mit den jungen Babyelefanten statt, die Tierpfleger führen die Tiere in eine Nebenanlage, welche für die Besucher nicht einzusehen ist und bringen ihnen dort die Zirkustricks bei. Mit einem sogenannten Elefantenhaken, einem Stock mit einem Spitzen Metallwiderhaken, werden die Tiere bei schlechter Ausführung der Zirkustricks geschlagen, auch Peitschen sollen benutz worden sein, um die Tiere zum Gehorsam zu zwingen.

PETA hat außerdem bei der Staatsanwaltschaft Hannover Strafanzeige gegen die Verantwortlichen des Zoos wegen Tierquälerei erstattet. Der §17 Tierschutzgesetz (TierSchG) sieht hierbei eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder eine Geldstrafe vor.

 

Der Zoodirektor verteidigt das Elefantentraining – er argumentiert, dass die Bilder brutal wirken. In Zusammenarbeit mit PETA und deren Bildmaterial möchte er alles auswerten und sagt dazu: „Sollte irgendwo ein Fehlverhalten stattgefunden haben, werden wir konsequent handeln.“, so Geschäftsführer Andreas Casdorff. Zudem stellt er klar, dass das Tragen eines Elefantenhakens Vorschrift sei, da es nicht nur um den Schutz der Tiere, sondern in erster Line von Angestellten gehe, die asiatischen Elefanten wögen bis zu 3,5 Tonnen, da hätte ein Angestellter im Zweifel keine Chance. Auch den Vorwurf Kunststücke vorzuführen, weist er zurück. Er sagt, dass es lediglich bei Fütterungen zu kleineren Kunststücken käme um zu zeigen, wie Angestellte die Fußpflege praktizieren.

Das Besondere in diesem Zoo ist, dass die Elefanten nach dem Prinzip des direkten Kontakts gehalten werden, somit werden Pfleger zum Teil der Herde, um ihre Autorität zu verdeutlichen werden die Elefantenhaken verwendet.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schräder, kritisiert diese Art des Haltens von Elefanten in Zoos. Viele Zoos haben direkt auf den indirekten Kontakt umgestellt, nachdem es bereits vorkam, dass Tierpfleger angegriffen wurden. Auch der Hannover Zoo denkt über eine Umstellung nach, jedoch wäre dies mit vielen Kosten verbunden, da Gehege umgebaut werden müssten.

 

Ob und inwiefern die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, bleibt noch fraglich, wir werden Euch jedoch darüber informieren, sobald es neue Informationen gibt.

 

Das Folgende YouTube Video vom Channel PETA Deutschland e.V. zeigt die aufgenommen Bilder im Hannover Zoo.